Camper-Gasflamme erlischt bei kleinster Stufe

Bleibt der Campingkocher auf mittlerer und großer Leistung an, geht aber beim Herunterregeln aus, liegt das häufig an einem verschmutzten oder nicht richtig sitzenden Brennerteil, einer ungünstigen Flammenlage am Thermoelement oder einer zu schwach eingestellten Mindestflamme. Prüfe zuerst, ob nur ein Brenner oder das gesamte Kochfeld betroffen ist. Diese Unterscheidung zeigt, ob Du am Brenner selbst oder bei der gemeinsamen Gasversorgung weitersuchen solltest.
Riecht es nach Gas, tritt das Problem an mehreren Gasgeräten auf oder brennt die Flamme auffällig gelb und rußend, darfst Du den Kocher nicht weiter betreiben. Schließe die Gasflasche beziehungsweise den Gastank, lüfte den Kastenwagen und lasse die Anlage durch einen Fachbetrieb prüfen.
Ein Brenner oder alle Brenner: die entscheidende Gegenprobe
Teste die Kochstellen nacheinander bei geöffnetem Fenster und ohne starken Luftzug. Zünde jeden Brenner zunächst auf der vorgesehenen Zünd- oder Großstellung und regle ihn nach einer kurzen stabilen Brennphase langsam herunter.
- Nur ein Brenner geht auf kleinster Stufe aus: Wahrscheinlich liegt die Ursache am Brennerdeckel, Brennerkranz, Thermoelement oder an der Mindestmengeneinstellung dieses Gasventils.
- Alle Brenner zeigen dasselbe Verhalten: Dann kommen eher Gasversorgung, Druckregler, nahezu leere Flasche, ungünstige Temperaturbedingungen oder eine Störung im gemeinsamen Gasweg infrage.
- Die Flamme erlischt nur bei offenem Fenster oder laufendem Lüfter: Luftströmung kann die kleine Flamme vom Brenner oder Thermoelement wegdrücken.
- Der Brenner geht bereits nach dem Loslassen des Bedienknopfs aus: Dann hält die Zündsicherung nicht. Das ist von einer Flamme zu unterscheiden, die erst beim späteren Herunterregeln erlischt.
Ein leerer oder schwacher Zündfunke erklärt den Fehler normalerweise nicht, wenn sich das Gas zuverlässig entzünden lässt und der Brenner zunächst weiterläuft. Die Zündung hat ihre Aufgabe nach dem Entflammen erfüllt.
Brennerteile abkühlen lassen, abnehmen und sauber einsetzen
Schalte den Kocher aus, schließe die Gaszufuhr und warte, bis alle Teile vollständig abgekühlt sind. Bei abnehmbaren Brennerdeckeln und Brennerkränzen prüfst Du anschließend deren Sitz. Ein leicht versetzter Deckel kann die Gas-Luft-Verteilung verändern. Auf großer Stufe fällt das mitunter kaum auf, während die kleine Flamme an einzelnen Austrittsöffnungen abreißt.
- Nimm ausschließlich die in der Bedienungsanleitung als abnehmbar beschriebenen Brennerteile herunter.
- Entferne lose Krümel und trockene Ablagerungen mit einer weichen Bürste oder einem weichen Tuch.
- Reinige zugängliche Flammenöffnungen behutsam, ohne sie mit Nadeln, Bohrern oder hartem Draht zu erweitern.
- Verwende bei abwaschbaren Teilen nur ein dafür geeignetes mildes Reinigungsmittel und beachte die Geräteanleitung.
- Trockne jedes Teil vollständig und setze Brennerkranz sowie Deckel formschlüssig und ohne Verkanten ein.
Feuchtigkeit in kleinen Brenneröffnungen kann das Flammenbild ebenfalls beeinträchtigen. Deshalb sollte der Funktionstest erst nach vollständiger Trocknung erfolgen. Düsen dürfen nicht aufgebohrt, mit Werkzeug durchstoßen oder eigenmächtig ausgebaut werden. Schon eine veränderte Öffnung kann Gasmenge und Verbrennung unzulässig beeinflussen.
Die kleine Flamme muss das Thermoelement zuverlässig erreichen
Viele Campingkocher besitzen eine thermoelektrische Zündsicherung. Ein kleiner Fühler nahe dem Brenner wird von der Flamme erwärmt. Kühlt er nach dem Erlöschen ab, sperrt das Sicherheitsventil die Gaszufuhr. Dadurch soll unverbranntes Gas nicht unkontrolliert austreten.
Beobachte aus normalem Abstand, ob die Flamme auf kleinster Stellung gleichmäßig um den Brenner steht und den Fühler weiterhin erreicht. Wird sie sehr kurz, hebt sie vom Brenner ab oder brennt sie nur noch auf der vom Thermoelement abgewandten Seite, kann die Sicherung nach kurzer Zeit schließen.
Geht der Brenner erst einige Sekunden nach dem Herunterregeln aus, spricht das eher für eine unzureichende Erwärmung des Thermoelements. Erlischt er dagegen genau beim Erreichen des Anschlags, kann die Mindestflamme zu klein sein oder die Gaszufuhr am Ventil vollständig unterbrochen werden. Ein verbogenes, lockeres oder beschädigtes Thermoelement sollte nicht selbst ausgerichtet oder ersetzt werden.
Luftzug im Kastenwagen nicht unterschätzen
Auf kleinster Stufe besitzt die Flamme deutlich weniger Stabilitätsreserve als auf voller Leistung. Ein seitliches Fenster, eine geöffnete Schiebetür oder eine Dunstabzugseinrichtung kann deshalb ausreichen, um sie vom Flammenkranz wegzudrücken. Auch ein unpassend aufgestellter Windschutz kann gefährlich sein, wenn er Wärme staut oder die vorgeschriebene Belüftung einschränkt.
Wiederhole den Test ohne seitlichen Luftstrom, aber weiterhin mit der für den Betrieb vorgeschriebenen Raumlüftung. Bleibt die Flamme dann stabil, solltest Du die Luftführung am Kochplatz verändern. Lüftungsöffnungen des Fahrzeugs dürfen dabei niemals verschlossen werden. Verwende außerdem nur Zubehör, das für das jeweilige Kochfeld und seine Einbausituation vorgesehen ist.
Bei mehreren betroffenen Brennern die Gasversorgung prüfen
Zeigen alle Kochstellen eine ungewöhnlich schwache Mindestflamme, kontrollierst Du nur die von außen zugänglichen und gefahrlos bedienbaren Punkte der Versorgung. Dazu gehören Füllstand beziehungsweise Flaschenwechsel, vollständig geöffnete Betriebsventile und sichtbar geknickte oder gequetschte Schläuche.
Eine fast leere Flüssiggasflasche ist nicht automatisch die Ursache, kann aber bei hohem Verbrauch, niedriger Temperatur oder eingeschränkter Verdampfung auffallen. Prüfe deshalb auch, ob ein weiteres Gasgerät im Camper eine ungewöhnlich geringe Leistung zeigt. Verhält sich beispielsweise auch die Heizung oder ein zugelassenes Absorbergerät im Gasbetrieb auffällig, deutet das stärker auf die gemeinsame Versorgung als auf einen einzelnen Kochbrenner hin.
Öffne Flaschenventile langsam und vollständig, sofern die Anleitung der Anlage nichts anderes vorgibt. Druckregler, Sicherheitsventile und fest verlegte Leitungen dürfen nicht zerlegt werden. Eine Dichtheitsprüfung mit Feuer ist ausnahmslos tabu. Bei Verdacht auf eine Undichtigkeit oder einen fehlerhaften Regler ist eine fachgerechte Prüfung erforderlich.
Die Mindestmengeneinstellung gehört in fachkundige Hände
Ist der Brenner sauber, korrekt zusammengesetzt und ohne störenden Luftzug weiterhin nur knapp über der Aus-Stellung instabil, kann die werkseitige beziehungsweise gerätespezifische Mindestmengeneinstellung nicht mehr passen. Ursache können unter anderem ein verstelltes oder verschlissenes Gasventil sowie vorausgegangene Arbeiten am Kochfeld sein.
Diese Einstellung ist keine normale Bedienfunktion. Je nach Kocher befinden sich Einstellelemente hinter Bedienknöpfen oder innerhalb der Armatur. Ohne passende Herstellerunterlagen, Messmöglichkeit und Sachkunde solltest Du dort nichts verändern. Eine zu große Mindestmenge beeinträchtigt die Regelbarkeit; eine zu kleine Flamme kann erlöschen und die Zündsicherung auslösen. Falsche Eingriffe können außerdem Verbrennung, Dichtheit und Zulässigkeit des Geräts betreffen.
Für den Werkstatttermin sind Hersteller, Modellbezeichnung und gegebenenfalls die Seriennummer des Kochfelds hilfreich. Notiere außerdem, welcher Brenner betroffen ist, ob der Fehler warm und kalt auftritt und wie lange die Flamme nach dem Herunterregeln noch brennt. Damit kann der Fachbetrieb gezielt Brenner, Thermoelement, Gasventil und Versorgungsdruck beurteilen.
Bis zur Reparatur nicht mit einer instabilen Flamme kochen
Betreibe den betroffenen Brenner nicht dauerhaft knapp oberhalb des Punktes, an dem er ausgeht. Bewegungen im Fahrzeug, ein Luftzug oder überkochende Flüssigkeit könnten die ohnehin instabile Flamme löschen. Auch wenn die Zündsicherung ordnungsgemäß arbeitet, ist sie kein Ersatz für einen zuverlässig funktionierenden Brenner.
Brich die Nutzung sofort ab, wenn Gasgeruch, Ruß, Verfärbungen, ungewöhnliche Geräusche oder eine Flamme außerhalb des Brennerkranzes auftreten. Nach dem Schließen der Gaszufuhr lüftest Du den Camper, vermeidest Zündquellen und betätigst bei wahrnehmbarem Gasgeruch keine elektrischen Schalter. Mit einer Reinigung und dem korrekten Einsetzen abnehmbarer Brennerteile lassen sich einfache Ursachen eingrenzen; Arbeiten an Düse, Ventil, Regler, Leitung und Zündsicherung gehören dagegen zum Fachbetrieb.


