Bordcomputer zeigt falschen Verbrauchswert

Lesedauer: 15 Min – Beitrag erstellt: 29. März 2026, zuletzt aktualisiert: 29. März 2026

Wenn der Bordcomputer einen falschen Verbrauchswert zeigt, steckt oft kein einzelner großer Defekt dahinter, sondern ein Mess- oder Vergleichsproblem. Entscheidend ist: Gerade bei Wohnmobilen und Kastenwagen weichen Anzeige und echter Tankverbrauch häufig deshalb voneinander ab, weil der Rechner anders rechnet als du beim Tanken, weil Zusatzverbraucher mitlaufen oder weil Strecke und Einspritzmenge nicht mehr sauber zusammenpassen.

Auf Reisen fällt das besonders schnell auf. Das Fahrzeug ist schwer beladen, fährt längere Autobahnetappen, klettert Pässe, steht im Stand mit laufendem Motor oder nutzt Zusatztechnik. Dann schaut man auf den Durchschnittsverbrauch im Display, rechnet nach dem Tanken nach und stellt fest, dass beides nicht zusammenpasst. Mal zeigt der Bordcomputer zu wenig an, mal deutlich zu viel. Manchmal springt der Wert auch plötzlich in eine Richtung, die zum Fahrstil überhaupt nicht passt.

Wichtig ist zuerst die Unterscheidung: Hier geht es nicht um die Tankanzeige und auch nicht um die Restreichweite, sondern um den berechneten Verbrauchswert. Also um die Zahl, die zum Beispiel 8,9 Liter, 11,4 Liter oder 13,2 Liter pro 100 Kilometer ausgibt. Genau dieser Wert ist in vielen Fahrzeugen nur eine Annäherung. Er kann ziemlich nah an der Realität liegen, aber eben auch spürbar daneben.

Bei Wohnmobilen ist das Problem zusätzlich etwas spezieller als bei einem normalen Pkw. Lange Aufbauformen, viel Gewicht, Zusatzheizung, Dachlast, Fahrradträger, große Stirnfläche und teils wechselnde Reifengrößen verändern die Bedingungen deutlich. Dazu kommt, dass viele Fahrer den Bordcomputer erst dann hinterfragen, wenn der Unterschied beim Tanken plötzlich sehr groß wird. Dann stellt sich die Frage: Rechnet das Fahrzeug falsch, oder wird nur falsch verglichen?

Zuerst klären, was genau falsch erscheint

Bevor du nach einem Defekt suchst, muss klar sein, welche Art von Abweichung du überhaupt meinst. Es gibt nämlich zwei sehr unterschiedliche Situationen.

Die erste ist harmloser und kommt oft vor: Der Bordcomputer zeigt dauerhaft einen etwas anderen Durchschnittsverbrauch als deine eigene Rechnung nach dem Tanken. Vielleicht zeigt das Display 10,8 Liter an, du kommst an der Zapfsäule aber eher auf 11,7 oder 12,1 Liter. Das ist ärgerlich, aber nicht automatisch ein technischer Fehler. Viele Fahrzeuge rechnen etwas optimistisch oder reagieren empfindlich auf die Art, wie nachgetankt wird.

Die zweite Situation ist auffälliger: Der angezeigte Verbrauchswert passt plötzlich gar nicht mehr zum Fahrzeug. Ein schweres Wohnmobil zeigt auf einmal Traumwerte, obwohl es voll beladen gegen Wind und Steigung unterwegs ist. Oder der Wert springt ungewöhnlich hoch, obwohl sich Fahrweise und Strecke kaum verändert haben. Dann lohnt sich eine genauere Suche, weil eher ein technisches oder softwareseitiges Problem dahinterstecken kann.

Auch wichtig: Wer nur eine einzelne Tankfüllung betrachtet, bekommt oft ein schiefes Bild. Gerade bei Reisemobilen mit großem Tank, längerem Einfüllstutzen oder schrägem Stand an der Zapfsäule kann die Menge bis zum Abschalten der Pistole jedes Mal etwas anders ausfallen. Dann sieht die eigene Rechnung exakter aus, als sie in Wahrheit ist.

Warum Bordcomputer und echte Tankrechnung oft nicht identisch sind

Der Bordcomputer misst den Verbrauch in der Regel nicht so, wie du ihn an der Tankstelle nachrechnest. Er nutzt interne Fahrdaten und berechnet daraus einen Wert. Deine Rechnung dagegen basiert auf tatsächlich nachgefüllten Litern und gefahrenen Kilometern. Das klingt zunächst ähnlich, ist aber nicht dasselbe.

Schon kleine Unterschiede beim Volltanken verändern das Ergebnis. Steht das Fahrzeug leicht schräg, schaltet die Zapfpistole früher oder später ab, schäumt der Diesel stärker oder wird einmal bis ganz oben nachgefüllt und das nächste Mal nicht, verschiebt sich die Rechnung sofort. Bei einem Wohnmobil mit großem Tank kann das stärker auffallen als bei einem kleinen Pkw.

Dazu kommt die Durchschnittsbildung im Fahrzeug. Manche Bordcomputer glätten den Verbrauch recht stark. Sie reagieren also nicht sofort auf jede Veränderung, sondern ziehen längere Strecken oder Zeiträume mit hinein. Wenn der Wert nicht regelmäßig zurückgesetzt wird, hängt noch alte Fahrweise mit im Durchschnitt. Dann denkst du nach einer anstrengenden Urlaubsfahrt, der Rechner liege falsch, obwohl er einfach noch viele ruhigere Kilometer aus der Zeit davor mitrechnet.

Auch das Einsatzprofil spielt eine Rolle. Ein Kastenwagen, der leer im Alltag bewegt wird, zeigt andere Muster als derselbe Wagen im Urlaub mit Wassertank, Markise, Fahrrädern und voller Beladung. Der Bordcomputer kann das zwar grundsätzlich erfassen, aber sein Durchschnittsverhalten und deine Vergleichsrechnung laufen oft zeitlich auseinander.

Wann der Verbrauchswert nur scheinbar falsch ist

Gerade im Reisemobil gibt es einige Situationen, in denen der Bordcomputer nicht wirklich defekt ist, der angezeigte Wert aber trotzdem nicht zu deiner Tankrechnung passt.

Ein sehr typischer Fall ist die Zusatzheizung. Bei vielen Diesel-Wohnmobilen wird die Standheizung oder Luftheizung aus dem Fahrzeugtank versorgt. Dieser Kraftstoffverbrauch taucht in der Anzeige des Bordcomputers meistens nicht als normaler Fahrverbrauch auf. Du tankst also später mehr Diesel nach, als der Bordcomputer während der Fahrt errechnet hat. Dann scheint der Verbrauchswert zu niedrig zu sein, obwohl das Display nur den Motorbetrieb abbildet.

Ähnlich verhält es sich bei langem Leerlauf oder bei ungewöhnlich viel Standbetrieb. Wenn das Fahrzeug etwa im Winter lange warmläuft oder bei Rangier- und Wartesituationen längere Zeit mit laufendem Motor steht, empfinden viele Fahrer den angezeigten Durchschnitt als unlogisch. Je nach System und Berechnungsweise kann das im Verhältnis zur Strecke merkwürdig aussehen, vor allem wenn nur wenige Kilometer gefahren wurden.

Auch kurze Etappen verfälschen das Gefühl. Drei Startvorgänge, kalter Motor, wenige Kilometer bis zum Stellplatz und dazwischen Rangieren oder Stau erzeugen einen real hohen Verbrauch. Der Bordcomputer zeigt das nicht immer in der Klarheit, die man erwartet, vor allem dann nicht, wenn der Durchschnitt über längere Zeit gemittelt wird.

Die häufigsten Ursachen, wenn der Wert wirklich nicht passt

Der Bordcomputer wurde lange nicht zurückgesetzt

Das ist banal, aber häufig. Wenn der Durchschnittsverbrauch über Wochen oder Monate läuft, enthält er völlig unterschiedliche Fahrzustände. Dann vergleichst du vielleicht nur die letzte Reise oder die letzte Tankfüllung mit einem Wert, in dem noch viele ältere Kilometer stecken.

Das Ergebnis sieht dann nach falscher Anzeige aus, ist aber in Wahrheit nur ein unpassender Vergleich. Gerade bei Wohnmobilen passiert das oft, weil das Fahrzeug nicht täglich gleich genutzt wird. Ein Teil der Kilometer entsteht entspannt auf Landstraße, ein anderer Teil voll beladen auf der Autobahn oder im Gebirge. Ohne sauberen Reset passt der Vergleich kaum.

Die eigene Nachrechnung ist durch die Tankmethode ungenau

Viele verlassen sich auf die klassische Rechnung: getankte Liter geteilt durch gefahrene Kilometer. Das ist grundsätzlich richtig, aber nur dann wirklich sauber, wenn der Tankstand beim Start und beim Ende vergleichbar ist. Genau das ist in der Praxis nicht immer der Fall.

Schon ein leicht anderes Nachfüllen verändert das Ergebnis. Wenn du beim ersten Mal bis knapp unter den Rand tankst und beim zweiten Mal schon nach dem ersten Abschalten der Pistole aufhörst, kann die Differenz mehrere Liter betragen. Auf eine einzelne Tankfüllung gerechnet verschiebt das den Verbrauchswert sofort deutlich.

Bei hohen, langen oder etwas unglücklich konstruierten Tanks fällt das stärker auf. Deshalb ist eine einzelne Zapfsäulenrechnung oft schlechter, als sie aussieht. Verlässlicher wird der Vergleich erst über mehrere Tankvorgänge hinweg.

Die Reifengröße oder die Raddrehzahl passt nicht mehr sauber zur Berechnung

Der Bordcomputer braucht eine plausible Strecke, um aus Kraftstoffmenge und Kilometern einen Verbrauch zu berechnen. Wenn die Strecke im Fahrzeug nicht mehr genau erfasst wird, verschiebt sich automatisch auch der Verbrauchswert.

Das kann nach einem Reifenwechsel, nach anderer Dimension, nach Umbereifung oder nach fehlerhafter Anpassung deutlicher werden. Wer von Serienbereifung auf andere Größen wechselt, sollte genau hinschauen, ob Tacho, Wegstrecke und Verbrauch danach noch plausibel zueinander stehen. Schon kleine Abweichungen bei der Strecke summieren sich in der Verbrauchsberechnung.

Besonders auffällig wird das, wenn nicht nur der Verbrauchswert komisch ist, sondern auch Tageskilometer, Durchschnittsgeschwindigkeit oder Restreichweite plötzlich unlogisch wirken. Dann liegt die Ursache oft nicht direkt im Kraftstoffsystem, sondern in der Datengrundlage.

Das Fahrzeug rechnet ab Werk etwas zu optimistisch

Das ist kein Defekt im klassischen Sinn, sondern eher eine Eigenart. Manche Fahrzeuge zeigen dauerhaft einen Verbrauch an, der etwas unter dem realen Tankwert liegt. Solange die Abweichung gleichmäßig bleibt, ist das zwar lästig, aber oft technisch nicht dramatisch.

Typisch ist zum Beispiel eine dauerhafte Differenz von einigen Zehnteln bis zu gut einem Liter. Das fällt bei einem schweren Wohnmobil natürlich stärker auf als bei einem Kleinwagen, weil die Gesamtsumme höher ist und man auf Reisen häufiger auf den Verbrauch schaut. Kritisch wird es vor allem dann, wenn die Abweichung plötzlich deutlich größer wird oder sich ohne erkennbaren Grund verändert.

Sensor- oder Softwareprobleme verfälschen die Berechnung

Wenn der Bordcomputer plötzlich Werte zeigt, die gar nicht mehr zum Fahrzeug passen, kann ein technisches Problem dahinterstecken. Dann geht es weniger um normale Rechentoleranz und mehr um eine gestörte Grundlage.

Denkbar sind dabei fehlerhafte Wegstreckensignale, unplausible Einspritzdaten, Probleme nach einem Softwarestandwechsel oder allgemeine Störungen in der Kommunikation zwischen Steuergeräten. Solche Fehler fallen oft nicht nur am Verbrauch auf. Häufig wirken dann auch andere Anzeigen merkwürdig, etwa Durchschnittsgeschwindigkeit, Reichweite oder Fahrtstrecke.

Besonders verdächtig ist ein sprunghafter Wechsel. Wenn das Wohnmobil jahrelang halbwegs stimmig gerechnet hat und plötzlich völlig danebenliegt, lohnt sich die technische Richtung deutlich mehr als der Blick auf die Tankmethode.

Der Motor läuft nicht sauber und die Anzeige hinkt hinterher

Manchmal ist nicht der Bordcomputer selbst das Hauptproblem, sondern der tatsächliche Verbrauch verändert sich, ohne dass die Anzeige zunächst klar verständlich reagiert. Wenn der Motor schlechter läuft, eine Regeneration häufiger stattfindet oder die Last ungewöhnlich hoch ist, kann das Verhältnis zwischen Fahrgefühl, Tankrechnung und Anzeige durcheinandergeraten.

Das merkst du oft daran, dass nicht nur der Verbrauchswert komisch ist, sondern auch Leistung, Laufkultur oder Regenerationsverhalten auffallen. In so einem Fall sollte man das Thema nicht nur als Anzeigeproblem behandeln. Dann geht es eher um die Frage, warum der Motor tatsächlich mehr verbraucht oder warum die errechneten Daten nicht mehr sauber zum Fahrbetrieb passen.

So gehst du systematisch vor

Wer das Problem sauber eingrenzen will, braucht keine wilde Teiletausch-Runde. Eine ruhige Reihenfolge bringt meist deutlich mehr.

1. Durchschnittsverbrauch bewusst zurücksetzen

Setze den Bordcomputer nach dem Volltanken zurück und beobachte ihn ab diesem Punkt. So vergleichst du wenigstens denselben Zeitraum und nicht einen alten Mischwert mit einer neuen Tankfüllung.

Wichtig ist, dass du dann auch nicht zwischendurch aus Gewohnheit andere Anzeigen zurücksetzt. Für die Diagnose hilft ein klarer Abschnitt mehr als dauernd wechselnde Teilstrecken.

2. Über mehrere Tankfüllungen vergleichen

Ein einzelner Tankvorgang ist zu wenig. Besser ist es, drei bis fünf Tankfüllungen zu vergleichen. Dann gleichen sich Unterschiede beim Nachfüllen, Schäumen und Fahrzeugstand eher aus.

Wenn der Bordcomputer über mehrere Füllungen hinweg immer ähnlich zu niedrig oder zu hoch liegt, zeigt sich ein Muster. Genau dieses Muster ist wichtiger als eine einmalige Abweichung.

3. Immer möglichst gleich tanken

Dasselbe Fahrzeug, dieselbe Säule, ähnliche Stellung, ähnlicher Tankvorgang – je sauberer du das hältst, desto besser wird die Vergleichsbasis. Gerade bei großen Tanks ist diese Disziplin viel wichtiger, als viele denken.

Wer einmal nur bis zum ersten Abschalten tankt und das nächste Mal noch lange nachfüllt, bekommt keine verlässliche Rechnung. Dann wirkt der Bordcomputer falsch, obwohl die Vergleichsgrundlage unsauber ist.

4. Zusatzverbraucher bewusst mitdenken

Wenn eine Dieselheizung, ein Generator oder eine andere Technik Kraftstoff aus dem Fahrzeugtank zieht, gehört das in die Bewertung hinein. Sonst vergleichst du Fahrverbrauch laut Anzeige mit Gesamtverbrauch an der Tankstelle – und beides kann gar nicht gleich aussehen.

Gerade im Winterbetrieb oder auf längeren Standzeiten ist das wichtig. Ein Wohnmobil, das mehrere Nächte mit Heizung läuft, tankt am Ende mehr nach, als die reine Fahranzeige nahelegt.

5. Strecke und Tacho auf Plausibilität prüfen

Wenn die Kilometer nicht stimmen, stimmt auch der Verbrauch nicht. Prüfe daher, ob Wegstrecke und Tempo halbwegs plausibel sind. Auffällig ist vor allem, wenn nach Reifenwechsel, Werkstattbesuch oder Umbau plötzlich mehrere Werte merkwürdig wirken.

Dann lohnt sich der Blick auf Reifengröße, Codierung und Wegstreckensignal deutlich mehr als der sofortige Verdacht auf einen kaputten Bordcomputer.

Wenn das Problem nur im Urlaub oder mit voller Beladung auffällt

Das ist ein sehr typisches Muster im Camper-Alltag. Im normalen Betrieb wirkt die Anzeige halbwegs plausibel, auf Urlaubsfahrten aber nicht mehr. Dann ist der Rechner nicht unbedingt defekt. Vielmehr verändert sich das Fahrzeug im Reisebetrieb so stark, dass Unterschiede schärfer sichtbar werden.

Volle Wassertanks, Fahrräder am Heck, Dachlast, Campingmöbel, Vorräte und mehr Stirnfläche treiben den realen Verbrauch hoch. Der Bordcomputer erfasst das grundsätzlich mit, aber nicht immer in der Klarheit, die man aus der Tankrechnung ableiten möchte. Wenn dann noch Gebirge, Gegenwind oder lange Autobahnetappen dazukommen, wird die Differenz zwischen Gefühl, Anzeige und Nachrechnung schnell größer.

Deshalb lohnt sich die Frage: Ist der Wert nur im harten Reiseeinsatz auffällig oder plötzlich immer? Nur im Urlaub spricht eher für Vergleichs- und Einsatzunterschiede. Immer und dauerhaft spricht eher für eine technische oder systematische Abweichung.

Wenn nach Reifenwechsel, Service oder Update plötzlich alles anders ist

Hier sollte man genauer hinsehen. Wenn der Verbrauchswert direkt nach einer klaren Veränderung am Fahrzeug plötzlich nicht mehr passt, ist das ein starkes Indiz. Dann gibt es einen zeitlichen Zusammenhang, den man ernst nehmen sollte.

Nach Reifenwechsel kann die Strecke anders erfasst werden. Nach einer Werkstattarbeit können Adaptionswerte, Reset-Zustände oder Softwarestände anders sein. Nach einem Update kann sich das Verhalten der Anzeige ändern, ohne dass der tatsächliche Verbrauch im selben Maß mitgeht. Auch eine einfache Sache wie ein nicht passender Reifendruck verändert zwar nicht die Anzeige direkt, aber den realen Verbrauch spürbar – und damit die Differenz zur Erwartung.

Wichtig ist in solchen Situationen, nicht nur den aktuellen Wert anzuschauen, sondern den Zeitpunkt des Umschwungs festzuhalten. Wenn vorher alles halbwegs normal war und danach nicht mehr, ist das oft der entscheidende Hinweis.

Wann du in die Werkstatt solltest

Nicht jede Abweichung rechtfertigt sofort einen Werkstatttermin. Wenn der Bordcomputer einfach immer etwas zu optimistisch rechnet, ist das zwar unerquicklich, aber nicht automatisch ein Reparaturfall. Anders sieht es aus, wenn sich die Abweichung plötzlich massiv verändert oder weitere Symptome dazukommen.

Ein Werkstattbesuch ist besonders naheliegend, wenn:

  • der Verbrauchswert sprunghaft und ohne nachvollziehbaren Grund anders ist
  • Tageskilometer, Durchschnittsgeschwindigkeit oder Reichweite ebenfalls unlogisch wirken
  • der Motorlauf auffällig ist
  • nach Reifenwechsel oder Umbau mehrere Anzeigen nicht mehr plausibel sind
  • die Differenz zur Tankrechnung sehr groß und dauerhaft ist
  • Fehlermeldungen oder Kontrollleuchten dazukommen

Dann sollte nicht nur der Bordcomputer selbst, sondern die gesamte Datengrundlage geprüft werden. Gerade bei modernen Basisfahrzeugen im Wohnmobil ist die Anzeige meist Teil eines größeren elektronischen Systems. Ein einzelner falscher Verbrauchswert ist dann oft nur das sichtbarste Symptom.

Was du besser nicht tun solltest

Viele machen sich die Diagnose unnötig schwer, weil sie zu früh Schlüsse ziehen oder unsauber vergleichen. Diese Fehler sind besonders häufig:

  • nur eine Tankfüllung als Beweis nehmen
  • verschiedene Tankmethoden miteinander vergleichen
  • Zusatzheizung oder Standverbrauch ignorieren
  • den Durchschnitt nie zurücksetzen und dann Einzelfahrten bewerten
  • nach Reifenwechsel nur auf den Verbrauch schauen, aber Strecke und Tempo nicht mitdenken
  • sofort einen Defekt vermuten, obwohl nur die Vergleichsbasis schlecht ist

Ebenso ungünstig ist es, den Bordcomputer völlig abzuschreiben. Selbst wenn er etwas danebenliegt, zeigt er oft trotzdem brauchbare Tendenzen. Wer weiß, dass sein Fahrzeug zum Beispiel immer rund einen festen Betrag zu niedrig anzeigt, kann mit dem Wert im Alltag oft noch gut arbeiten. Wichtig ist nur, dass die Abweichung bekannt und stabil ist.

Häufige Fragen

Warum zeigt mein Bordcomputer weniger Verbrauch an als ich an der Tankstelle ausrechne?

Das passiert oft durch unterschiedliche Tankstände, eine optimistische Berechnung im Fahrzeug oder zusätzlichen Dieselverbrauch außerhalb des reinen Fahrbetriebs. Gerade bei Wohnmobilen mit Standheizung kann die Tankrechnung höher ausfallen als der angezeigte Fahrverbrauch.

Ist eine Abweichung von einem Liter pro 100 Kilometer schon ein Defekt?

Nicht zwingend. Eine gewisse Differenz kommt bei vielen Fahrzeugen vor. Auffällig wird es vor allem dann, wenn sich die Abweichung plötzlich verändert oder sehr deutlich größer wird.

Kann die Standheizung den Vergleich verfälschen?

Ja, und zwar deutlich. Wenn sie Kraftstoff aus dem Fahrzeugtank zieht, erscheint dieser Anteil später an der Zapfsäule, aber nicht unbedingt sauber im angezeigten Fahrverbrauch.

Warum passt der Wert nach dem Reifenwechsel nicht mehr?

Dann kann die erfasste Wegstrecke nicht mehr sauber zur tatsächlichen Strecke passen. Schon kleine Änderungen summieren sich in der Verbrauchsberechnung und machen die Anzeige unplausibel.

Sollte ich den Bordcomputer vor jedem Vergleich zurücksetzen?

Ja, das ist sinnvoll. Nur so vergleichst du denselben Zeitraum und nicht einen alten Durchschnitt mit einer neuen Tankrechnung.

Reicht eine einzige Tankfüllung für eine saubere Kontrolle?

Nein, besser sind mehrere Füllungen. Erst über drei bis fünf Tankvorgänge zeigt sich, ob wirklich ein Muster vorliegt oder nur ein ungenauer Einzelvergleich.

Kann ein Softwareproblem den Verbrauchswert verfälschen?

Ja, das ist möglich. Vor allem dann, wenn der Wert plötzlich ohne geänderte Fahrweise unlogisch wird oder andere Anzeigen ebenfalls nicht mehr plausibel sind.

Was ist, wenn nur die Reichweite komisch ist, der Verbrauch aber normal wirkt?

Dann liegt das Problem eher in der Reichweitenberechnung oder in der Tankstandsauswertung als im Verbrauchswert selbst. Beides hängt zwar zusammen, ist aber nicht dasselbe.

Ist ein schwer beladenes Wohnmobil für den Bordcomputer ein Problem?

Nicht direkt. Der Rechner kann höheren Verbrauch grundsätzlich darstellen. Aber Beladung, Zusatztechnik und Reisebetrieb machen Unterschiede zwischen Anzeige und Tankrechnung deutlicher sichtbar.

Wann sollte ich das technisch prüfen lassen?

Wenn die Abweichung plötzlich stark zunimmt, weitere Anzeigen unlogisch wirken oder der Motorlauf auffällig ist. Dann reicht ein bloßer Vergleich an der Zapfsäule nicht mehr, sondern die Datengrundlage im Fahrzeug sollte geprüft werden.

Fazit

Wenn der Bordcomputer einen falschen Verbrauchswert zeigt, steckt oft kein dramatischer Einzelfehler dahinter, sondern eine Abweichung zwischen Fahrzeugberechnung und realer Tankrechnung. Gerade bei Wohnmobilen und Kastenwagen kommen große Tanks, wechselnde Beladung, Zusatzheizung und unterschiedliche Tankmethoden als Einflussfaktoren hinzu.

Am meisten bringt diese Reihenfolge: Durchschnitt zurücksetzen, mehrere Tankfüllungen vergleichen, immer ähnlich tanken, Zusatzverbraucher mitdenken und Strecke sowie Reifensituation prüfen. Erst wenn der Wert plötzlich kippt, sehr stark abweicht oder weitere Anzeigen unlogisch werden, solltest du das technisch genauer prüfen lassen. So trennst du normale Rechentoleranz von einem echten Problem.

Checkliste
  • der Verbrauchswert sprunghaft und ohne nachvollziehbaren Grund anders ist
  • Tageskilometer, Durchschnittsgeschwindigkeit oder Reichweite ebenfalls unlogisch wirken
  • der Motorlauf auffällig ist
  • nach Reifenwechsel oder Umbau mehrere Anzeigen nicht mehr plausibel sind
  • die Differenz zur Tankrechnung sehr groß und dauerhaft ist
  • Fehlermeldungen oder Kontrollleuchten dazukommen

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