Handbremse blockiert nach längerem Stillstand: Was tun am Wohnmobil?

Lesedauer: 15 Min – Beitrag erstellt: 13. Mai 2026, zuletzt aktualisiert: 13. Mai 2026

Eine festgegangene Handbremse nach einigen Standwochen ist beim Wohnmobil oder Kastenwagen ein häufiger Klassiker. Meist steckt Rost oder Feuchtigkeit an den Bremsen dahinter, oft lässt sich das Problem mit etwas System und Ruhe selbst lösen.

Wichtig ist, die Ursache einzuordnen und dann Schritt für Schritt vorzugehen, statt mit Gewalt an der Bremse oder am Fahrzeug zu zerren.

Warum die Handbremse beim Wohnmobil festgeht

Bei längerer Standzeit können Bremsbeläge und Bremstrommeln oder Bremsscheiben aneinander festrosten. Besonders gefährdet sind Fahrzeuge, die draußen stehen, wenig bewegt werden und bei denen die Feststellbremse stark angezogen wurde.

Technisch gesehen wirkt die Feststellbremse meist auf die Hinterachse. Je nach Bauart des Fahrzeugs kommen Trommelbremsen oder Scheibenbremsen mit integrierter Feststellmechanik zum Einsatz. Feuchtigkeit, Streusalz und Schmutz sorgen dafür, dass sich Beläge und bewegliche Teile kaum noch lösen.

Typische Ursachen sind:

  • Rostfilm zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe beziehungsweise -trommel
  • feuchte Beläge, die beim Abkühlen anpappen
  • festgegammelte Seilzüge oder Umlenkhebel der Feststellbremse
  • stark angezogene Handbremse über viele Wochen oder Monate
  • Standplatz auf Wiese, Erde oder sehr feuchtem Untergrund

Je länger das Fahrzeug steht und je ungünstiger der Untergrund, desto stärker kann die Bremse festgehen. Bei älteren Basisfahrzeugen mit Trommelbremse hinten tritt das besonders häufig auf.

Erste Einschätzung: Ist nur die Bremse fest oder steckt mehr dahinter?

Bevor du anfängst zu lösen, solltest du prüfen, wie stark das Problem ist. So vermeidest du Schäden am Bremssystem oder an der Kupplung.

Hilfreiche Fragen zur Einordnung:

  • Lässt sich der Handbremshebel im Innenraum noch normal lösen und rasten die Stufen hörbar aus?
  • Leuchtet die Kontrollleuchte der Feststellbremse weiter, obwohl der Hebel unten ist?
  • Blockiert nur eine Hinterachse oder beide Seiten?
  • Spürst du, dass das Fahrzeug minimal rollt und dann wie an einem Gummiband hängen bleibt?

Wenn der Hebel sich sauber lösen lässt, die Leuchte ausgeht und das Fahrzeug nur schwer anrollt, sind meistens Beläge und Trommel beziehungsweise Scheibe leicht angepappt. Klemmt schon der Hebel selbst oder bleibt das Warnsymbol an, kann der Seilzug oder ein Umlenkhebel fest sein – dann ist größere Vorsicht gefragt.

Sanfte Lösungsversuche, die du selbst durchführen kannst

Viele Fälle lassen sich mit behutsamen Schritten lösen, ohne gleich die Bremse zu zerlegen. Ziel ist, die festsitzende Verbindung zu lösen, ohne Bauteile zu überlasten.

1. Handbremse vollständig lösen und Räder beobachten

Stelle sicher, dass der Hebel der Feststellbremse vollständig unten ist. Manchmal bleibt eine Raststufe versehentlich eingehakt.

Anleitung
1Fahrzeug auf ebene Fläche stellen, idealerweise mit etwas Platz nach vorne und hinten.
2Gang einlegen (bei Schaltgetriebe) oder Automatik auf „P“ lassen und Motor starten.
3Handbremshebel kräftig nach oben ziehen und dann bewusst ganz nach unten drücken, bis kein Rastpunkt mehr spürbar ist.
4Kontrolliere, ob die Warnleuchte für die Feststellbremse im Armaturenbrett erlischt.

  1. Fahrzeug auf ebene Fläche stellen, idealerweise mit etwas Platz nach vorne und hinten.
  2. Gang einlegen (bei Schaltgetriebe) oder Automatik auf „P“ lassen und Motor starten.
  3. Handbremshebel kräftig nach oben ziehen und dann bewusst ganz nach unten drücken, bis kein Rastpunkt mehr spürbar ist.
  4. Kontrolliere, ob die Warnleuchte für die Feststellbremse im Armaturenbrett erlischt.

Wenn die Kontrollleuchte aus ist und trotzdem nichts rollt, kleben meist die Beläge, nicht der Hebelmechanismus.

2. Leichtes Vor- und Zurückrollen nutzen

Oft reicht eine kleine Bewegung der Räder, um den Rostfilm zu brechen. Hier brauchst du Gefühl im Gasfuß und Geduld.

  1. Motor laufen lassen, Gang einlegen (bei Schaltgetriebe: 1. Gang oder Rückwärtsgang, bei Automatik: „D“ oder „R“).
  2. Fußbremse halten und Handbremse gelöst lassen.
  3. Fußbremse langsam lösen und ganz leicht Gas geben.
  4. Wenn das Fahrzeug sich kaum oder gar nicht bewegt, versuche abwechselnd ein paar Zentimeter vor und zurück zu rollen.

Wichtig ist, das Ganze nur mit sehr geringer Kraft zu tun. Wenn die Räder sich ein Stück bewegen und dann plötzlich lösen, hörst du oft ein leichtes Knacken. Danach rollen die Hinterräder meist wieder normal.

3. Beim Schaltgetriebe behutsam mit Motorkraft arbeiten

Viele Wohnmobile mit Schaltgetriebe lassen sich mit wenig Gas „freiruckeln“. Das sollte aber immer nur auf freier Fläche und ohne Hindernisse ausprobiert werden.

Ein möglicher Ablauf:

  1. Motor starten, Handbremse lösen, ersten Gang einlegen.
  2. Kupplung langsam kommen lassen, dabei kein zusätzliches Gas geben.
  3. Wenn das Fahrzeug sich leicht anspannt, aber nicht rollt, Kupplung wieder treten.
  4. Diesen Vorgang vorsichtig mehrfach wiederholen, bis sich ein leichtes Lösen bemerkbar macht.

Spätestens wenn die Kupplung stark riecht oder zu rutschen beginnt, musst du abbrechen. Eine verbrannte Kupplung ist teurer als eine Bremsreparatur.

Wann du besser nicht weiterprobierst

Es gibt Situationen, in denen weitere Versuche aus eigener Kraft mehr Schaden als Nutzen anrichten. Dann ist ein Abschleppdienst oder eine Werkstatt die vernünftigere Wahl.

Warnzeichen für einen Stopp der eigenen Versuche:

  • Die Räder drehen sich überhaupt nicht, auch nicht minimal.
  • Es sind schleifende, laute Knack- oder Schlaggeräusche zu hören.
  • Der Handbremshebel fühlt sich „leer“ an, ohne spürbaren Widerstand.
  • Seilzüge oder Teile der Mechanik hängen sichtbar lose unter dem Fahrzeug.
  • Es tritt Bremsflüssigkeit aus oder du siehst starke Rostschuppen an den Bremsteilen.

In solchen Fällen solltest du nicht mit Gewalt anfahren oder am Hebel reißen. Ein Fachbetrieb kann das Fahrzeug anheben, Räder abnehmen und die Bremse unter sicheren Bedingungen prüfen.

Typische Symptommuster bei Kastenwagen und Wohnmobilen

Je nach Basisfahrzeug und Baujahr zeigen sich recht typische Bilder, wenn die Feststellbremse nach längerer Standzeit Probleme macht. Das kann helfen, die Lage besser einzuschätzen.

Leichtes Kratzen und kurzes Blockieren nach dem Anfahren

Wenn das Fahrzeug nach dem Lösen der Bremse zunächst schwer anrollt, kurz kratzt und dann wieder frei ist, lag meist nur ein dünner Rostfilm an den Reibflächen. Nach ein paar Bremsungen während der ersten Fahrt verschwindet das Geräusch meistens.

Dann ist es sinnvoll, nach einigen Kilometern eine kurze Sichtprüfung zu machen, ob die hinteren Felgen übermäßig heiß werden. Werden Felgen fast nicht warm oder nur leicht handwarm, arbeitet die Bremse in der Regel normal.

Nur ein Hinterrad ist blockiert

Wenn das Wohnmobil schräg zieht oder du erkennst, dass nur ein Hinterrad nicht mitdreht, kann ein einzelner Bremszylinder oder ein Hebel in der Trommelbremse fest sein. Das passiert gerne nach standreichen Wintern oder bei sehr alten Bremsbelägen.

Aufgebockt und mit abgenommenem Rad kann eine Werkstatt recht schnell erkennen, ob sich die Beläge von Hand lösen lassen oder ob Rost tiefer sitzt. Je nach Befund werden nur die betroffenen Teile ersetzt oder die gesamte Bremseinheit der Achse überholt.

Handbremshebel lässt sich nicht lösen

Bleibt der Hebel oben hängen oder lässt er sich nur mit enormer Kraft bewegen, ist meistens der Seilzug oder die Hebelmechanik korrodiert. Auch festgerostete Umlenkhebel am Unterboden sind bei älteren Kastenwagen keine Seltenheit.

Hier hilft es nur, die Verkleidungen oder den Unterbodenschutz zu kontrollieren, die beweglichen Teile zu reinigen und zu schmieren oder den Seilzug auszutauschen. Diese Arbeiten sollten in der Regel eine Fachwerkstatt übernehmen, da falsche Einstellungen die Bremswirkung stark beeinträchtigen können.

Was die Werkstatt typischerweise macht

Wenn die eigenen Versuche nicht ausreichen oder du dich unsicher fühlst, ist der Weg in den Betrieb deines Vertrauens sinnvoll. Die Abläufe dort wirken von außen manchmal unspektakulär, sind aber wichtig für die Sicherheit.

In einer Werkstatt passiert häufig Folgendes:

  • Fahrzeug wird auf die Bühne genommen und die Hinterräder werden frei aufgehängt.
  • Prüfung, ob sich die Räder per Hand drehen lassen und wie stark sie schleifen.
  • Kontrolle der Seilzüge und Umlenkhebel auf Leichtgängigkeit und Korrosion.
  • Öffnen der Trommelbremse oder Demontage der Scheibenbremse, um Beläge und Mechanik zu prüfen.
  • Reinigen der Bauteile, Entfernen von Rost und Schmutz, gegebenenfalls Austausch verschlissener oder fester Teile.
  • Anschließende Probefahrt mit Bremsentest und Kontrolle der Temperatur an den Hinterrädern.

Oft ist die eigentliche Ursache schneller gelöst als befürchtet. Bei stark angerosteten Trommeln oder Scheiben empfiehlt sich aber manchmal der komplette Austausch auf beiden Seiten, damit die Bremskraft gleichmäßig bleibt.

Kosten und Aufwand: Womit du in etwa rechnen kannst

Die Kosten hängen stark davon ab, ob „nur“ die Mechanik gängig gemacht wird oder ob Teile ersetzt werden müssen. Basisfahrzeug, Werkstattstundensatz und Region spielen ebenfalls eine Rolle.

Grobe Orientierungswerte:

  • Reinigen und Gängig-Machen der Feststellbremse: häufig im Bereich von 100 bis 250 Euro.
  • Austausch eines Seilzugs inklusive Arbeit: meist etwa 150 bis 350 Euro.
  • Kompletter Tausch der hinteren Bremsen (Beläge und Trommeln oder Scheiben) kann je nach Modell deutlich darüber liegen.

Wenn zusätzlich ein Abschleppdienst nötig ist, kommt dessen Rechnung noch hinzu. Manche Versicherungen oder Schutzbriefe übernehmen allerdings das Abschleppen zur nächsten Werkstatt, sofern ein technischer Defekt vorliegt.

Wie du das Problem bei längeren Standzeiten vermeidest

Gerade bei Saisonfahrern, Langzeitreisenden mit Winterpause oder bei Wohnmobilen, die mehr auf dem Stellplatz als auf der Straße stehen, lohnt sich etwas Vorbeugung. So vermeidest du, dass die Bremse nach der Pause fest klebt.

Handbremse beim Abstellen nur vorsichtig nutzen

Für längere Standzeiten empfiehlt es sich, die Feststellbremse gar nicht oder nur sehr leicht anzuziehen und das Fahrzeug stattdessen mit Unterlegkeilen zu sichern. Gerade auf Campingplätzen oder dem eigenen Hof ist das gut machbar.

Ein sinnvolles Vorgehen kann so aussehen:

  1. Stellplatz wählen, möglichst nicht in tiefer Wiese oder auf ständig nassem Boden.
  2. Mit eingelegtem Gang (beim Schalter) oder auf „P“ (bei Automatik) abstellen.
  3. Unterlegkeile an die Räder legen und das Fahrzeug langsam hineinschieben.
  4. Handbremse nur leicht anziehen oder bei sicherer Keilsicherung ganz gelöst lassen.

So bleiben Beläge und Scheiben beziehungsweise Trommeln voneinander entlastet, was das Festrosten deutlich reduziert.

Regelmäßige Bewegungsfahrten einplanen

Wer sein Wohnmobil nur zwei Mal im Jahr bewegt, riskiert nicht nur Probleme an den Bremsen, sondern auch an Reifen, Dichtungen und Motor. Besser ist es, das Fahrzeug alle paar Wochen ein Stück zu fahren.

Ein kurzer Ausflug von 20 bis 30 Kilometern mit einigen Bremsmanövern genügt meistens, um Rostansätze an den Bremsscheiben wegzubremsen und alles einmal auf Temperatur zu bringen. Gleichzeitig freut sich die Starterbatterie und Motoröl wie auch Getriebeöl werden wieder durchmischt.

Darauf achten, wie du die Bremse im Alltag nutzt

Auch wer häufig unterwegs ist, kann seine Feststellbremse schonend einsetzen. Beim kurzen Stopp an der Tankstelle oder beim Rangieren reicht meistens der eingelegte Gang oder die Parkstellung der Automatik, wenn das Fahrzeug nicht an einer steilen Rampe steht.

Für Übernachtungen auf leicht abschüssigen Plätzen sind Keile ohnehin empfehlenswert, um das Wackeln zu verringern. Die Bremse wird dann nur noch zur Sicherheit leicht mitgenutzt und steht nicht dauerhaft unter voller Vorspannung.

Standort und Wetter: Warum der Abstellplatz so viel ausmacht

Viele Probleme mit festgehenden Bremsen lassen sich auf den Abstellort zurückführen. Wer seinen Kastenwagen dauerhaft auf einem feuchten Wiesenstreifen parkt, muss mit mehr Rost rechnen als auf einem gepflasterten oder asphaltierten Hof.

Besonders ungünstig sind:

  • schattige Plätze, die kaum abtrocknen
  • Untergründe mit hoher Feuchtigkeit wie Wiese, Waldboden oder Splitt
  • Stellflächen, auf denen sich regelmäßig Pfützen bilden
  • offene, windstille Ecken mit viel Laub, das sich um Fahrwerksteile legt

Wenn möglich, lohnt sich ein Stellplatz mit etwas Abstand zum Boden, zum Beispiel auf Betonplatten oder Pflaster. Schon wenige Zentimeter Unterschied beim Wasserablauf können verhindern, dass die Bremsteile über Tage oder Wochen feucht bleiben.

Wenn das Malheur unterwegs auftritt

Manchmal passiert es, dass man nach einem längeren Aufenthalt auf einem Stellplatz im Ausland oder nach einigen Regentagen an der Küste abfahren will – und die Hinterräder sind wie festgenagelt. Gerade in solchen Momenten ist ein kühler Kopf wichtig.

Ein sinnvolles Vorgehen unterwegs kann sein:

  1. Handbremse lösen und prüfen, ob sich der Hebel normal anfühlt.
  2. Mit eingelegtem Gang oder bei Automatik auf freier Fläche vorsichtig anfahren.
  3. Leicht vor- und zurückrollen, ohne andere Fahrzeuge oder Hindernisse zu gefährden.
  4. Wenn sich nach einigen Versuchen nichts ändert, Hilfe beim Campingplatzbetreiber oder Nachbarn holen und das weitere Vorgehen besprechen.

Es ist immer besser, rechtzeitig Unterstützung zu organisieren, als sich mit zu viel Motorkraft festzufahren oder Teile der Bremse abzureißen.

Typische Irrtümer rund um die Feststellbremse beim Camper

Rund um das Thema kursieren einige Annahmen, die auf den ersten Blick plausibel klingen, in der Praxis aber Probleme verursachen können. Ein kurzer Blick darauf hilft, teure Schäden zu vermeiden.

„Je fester ich anziehe, desto sicherer steht das Wohnmobil“

Eine korrekt eingestellte Feststellbremse braucht keine übertriebene Kraft am Hebel. Wird der Hebel fast zum Anschlag gerissen, stehen Beläge dauerhaft unter sehr hoher Spannung und rosten leichter fest.

Wichtiger ist, dass die Bremse ordentlich eingestellt und gewartet ist. Auf Gefällestrecken leisten Unterlegkeile mehr Sicherheit als ein bis zum Anschlag gezogener Hebel.

„Wenn sich die Räder nicht lösen, einfach mehr Gas geben“

Mit Gewalt versucht man zwar, den Rost zu brechen, riskiert aber Schäden an Kupplung, Getriebe und Antriebswellen. Besonders bei schweren Reisemobilen wirken enorme Kräfte auf alle Komponenten.

Wenn sich nach ein paar vorsichtigen Versuchen nichts ändert, ist ein Abbruch sinnvoll. Eine kaputte Kupplung bringt dich im Zweifel länger außer Gefecht als eine festsitzende Bremse, die die Werkstatt zeitnah lösen kann.

„Trommelbremsen sind immer schlecht und machen nur Ärger“

Trommelbremsen sind nicht grundsätzlich problematisch. Sie sind in vielen Nutzfahrzeugen wegen ihrer Robustheit beliebt und funktionieren bei richtiger Wartung sehr zuverlässig.

Die meisten Schwierigkeiten entstehen erst, wenn die Komponenten über Jahre kaum bewegt und selten gewartet werden. Regelmäßige Nutzung und gelegentliche Kontrolle halten auch ältere Trommeln lange im Dienst.

Wartungstipps für ein langes Bremsenleben

Bremsen sind sicherheitsrelevante Bauteile. Gerade beim Wohnmobil mit hohem Gewicht ist ein zuverlässiges Bremssystem wichtig. Einige einfache Gewohnheiten helfen, auf Reisen und in der Standzeit auf der sicheren Seite zu bleiben.

  • Bei jedem größeren Service die Feststellbremse mitprüfen lassen, nicht nur die Fußbremse.
  • Auf ungewöhnliche Geräusche oder Gerüche nach Standzeiten achten.
  • Nach langen Regenphasen oder Winterpausen bewusst eine kleine Bewegungsfahrt einplanen.
  • Wenn möglich, einmal pro Jahr einen Blick auf die Bremsen werfen lassen, auch ohne fälligen TÜV-Termin.

Wer seine Bremse als System aus Mechanik, Belägen, Trommeln beziehungsweise Scheiben und Seilzügen versteht, kann Auffälligkeiten besser einordnen und früher reagieren.

Häufige Fragen zum Festgehen der Handbremse beim Camper

Ist es normal, dass die Handbremse nach dem Winter kurz festklebt?

Nach längeren Standzeiten bei Nässe oder Salz kann sich an den Bremsen leichter Rost bilden, der kurz anliegt und dann beim ersten Anfahren wieder frei wird. Löst sich das nach wenigen Metern und tritt danach nicht mehr auf, ist das meist unkritisch, sollte aber beobachtet werden.

Kann ich mit angezogener Handbremse ein paar Meter fahren, um sie zu lösen?

Ein vorsichtiges Bewegen mit ganz leicht angezogener Feststellbremse kann auf privatem Gelände helfen, leichte Ansätze von Rost zu lösen. Sobald du merkst, dass das Fahrzeug deutlich gebremst wird oder es verbrannt riecht, musst du den Versuch abbrechen, da sonst Beläge und Trommeln oder Scheiben Schaden nehmen.

Wie oft sollte ich die Bremsanlage am Wohnmobil prüfen lassen?

Bei intensiver Nutzung empfiehlt sich mindestens einmal pro Jahr ein Check der Bremsanlage, idealerweise vor der großen Reisesaison. Steht dein Fahrzeug viel, ist eine Sicht- und Funktionsprüfung auch dann sinnvoll, wenn du nur wenige Kilometer pro Jahr fährst.

Hilft es, die Handbremse einfach gar nicht mehr zu nutzen?

Ganz ohne Feststellbremse zu arbeiten, ist keine gute Idee, weil du damit eine wichtige Sicherheitsfunktion verschenkst. Besser ist eine maßvolle Nutzung in Kombination mit eingelegtem Gang oder Parkstellung und gegebenenfalls Unterlegkeilen, vor allem bei langen Standzeiten.

Ist ein leichtes Schleifgeräusch nach dem Lösen der Feststellbremse gefährlich?

Ein kurzes Schleifen direkt nach dem Anfahren kann nach einer längeren Pause vorkommen, wenn sich Flugrost gebildet hat und sich gerade wieder abschleift. Hält das Geräusch jedoch an, verstärkt sich oder kommt Vibration hinzu, sollte eine Werkstatt die Bremsen zeitnah prüfen.

Kann ich eine festsitzende Handbremse selbst schmieren?

Der Hebelmechanismus im Innenraum lässt sich oft leicht reinigen und schmieren, was die Bedienung verbessert. An Seilzügen, Nachstellern und den Bauteilen in der Trommel oder an der Scheibe sollte aus Sicherheitsgründen nur gearbeitet werden, wenn du über ausreichende Fachkenntnisse und geeignetes Werkzeug verfügst.

Schadet häufiges Anziehen und Lösen der Feststellbremse im Alltag?

Im normalen Fahrbetrieb ist das kein Problem, im Gegenteil bleiben Seile und Hebel durch Bewegung eher gängig. Kritisch wird es vor allem dann, wenn die Bremse unter hoher Spannung über Tage oder Wochen steht und zusätzlich Feuchtigkeit oder Salz ins Spiel kommen.

Welche Rolle spielt das Fahrzeuggewicht beim Festgehen der Bremse?

Das hohe Gewicht eines ausgebauten Kastenwagens belastet die hinteren Bremsen stärker, insbesondere an Steigungen. Je mehr Masse auf den Rädern ruht, desto eher drücken sich Beläge und Trommel oder Scheibe bei längeren Pausen zusammen, was das Lösen erschweren kann.

Kann eine festgegangene Feststellbremse unterwegs die Fahrt komplett verhindern?

Wenn sich ein Rad gar nicht mehr dreht oder der Hebel sich nicht mehr bewegen lässt, kann das Camperleben erst einmal stillstehen. In solchen Fällen bleibt meist nur die Hilfe eines Pannendienstes oder der Transport in eine Werkstatt, um Folgeschäden an Bremse und Antrieb zu vermeiden.

Wie erkenne ich, ob nach einem Zwischenfall mit der Handbremse alles wieder in Ordnung ist?

Nach dem Lösen sollte das Fahrzeug frei rollen, ohne dass es zieht, ruckelt oder ungewöhnliche Geräusche macht. Spätestens beim nächsten Bremsen-Check in der Werkstatt kann per Prüfstand festgestellt werden, ob die Bremswirkung an beiden Hinterrädern gleichmäßig und ohne Schleppen anliegt.

Kann ich die Risiken im Urlaub mit einfachen Mitteln verringern?

Schon ein paar Meter Rollen alle paar Tage, das Parken mit Gang und Keilen sowie ein möglichst trockener und sauberer Standplatz helfen spürbar. Wer zudem bei Regen oder nach salznassen Straßen die Bremse nicht maximal angezogen stehen lässt, reduziert die Gefahr deutlich.

Welche Warnsignale nach einem Stand sollten mich sofort aufmerksam machen?

Starke Gerüche nach verbrannter Bremse, ein extrem heißes Rad, ein dauerhaft schwergängiges Fahrzeug oder ein Handbremshebel mit ungewöhnlichem Spiel sind ernst zu nehmen. In diesen Fällen sollte eine Fachwerkstatt zeitnah prüfen, ob Beläge, Trommel oder Seilzüge bereits gelitten haben.

Fazit

Eine festsitzende Feststellbremse trifft Wohnmobilisten oft genau dann, wenn die Vorfreude auf die nächste Tour groß ist. Mit überlegter Vorgehensweise, regelmäßiger Pflege und einem geeigneten Abstellkonzept lässt sich das Risiko deutlich einschränken. Bleib bei Auffälligkeiten lieber einmal zu viel vorsichtig und ziehe eine Werkstatt hinzu, damit dein Kastenwagen zuverlässig und sicher unterwegs bleibt.

Checkliste
  • Rostfilm zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe beziehungsweise -trommel
  • feuchte Beläge, die beim Abkühlen anpappen
  • festgegammelte Seilzüge oder Umlenkhebel der Feststellbremse
  • stark angezogene Handbremse über viele Wochen oder Monate
  • Standplatz auf Wiese, Erde oder sehr feuchtem Untergrund

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