Wassertankanzeige zeigt immer leer an – Ursachen finden und beheben

Lesedauer: 14 Min – Beitrag erstellt: 24. Mai 2026, zuletzt aktualisiert: 24. Mai 2026

Wenn die Anzeige am Frischwassertank permanent leer meldet, obwohl du Wasser eingefüllt hast, steckt fast immer ein Problem mit Sensoren, Schwimmer oder Verkabelung dahinter. Meist lässt sich der Fehler mit etwas Ruhe, Blick ins Handbuch und ein paar einfachen Handgriffen selbst eingrenzen und oft auch beheben. Eine dauerhaft falsche Tankanzeige solltest du prüfen, weil sie die Wasserplanung unterwegs deutlich erschwert.

Im Wohnmobil arbeiten die Füllstandsanzeigen sehr verschieden: Manche Hersteller setzen auf einfache Schwimmer, andere auf Stabsonden, Kontaktleisten oder elektronische Messsysteme. Die gute Nachricht: Auch wenn die Technik dahinter unterschiedlich ist, folgen Diagnose und Behebung immer ähnlichen Schritten. Wichtig ist, dass du systematisch vorgehst und dir vor Beginn kurz anschaust, wie das System in deinem Fahrzeug aufgebaut ist.

Wie die Wasserstandsanzeige im Wohnmobil funktioniert

Wer versteht, wie der Füllstand gemessen wird, findet Fehler deutlich schneller. In den meisten Kastenwagen und Wohnmobilen kommen vier Grundprinzipien zum Einsatz, manchmal auch kombiniert.

Sehr verbreitet ist der Schwimmer: Ein kleiner Körper im Tank schwimmt auf der Wasseroberfläche und bewegt einen Hebel oder einen Magnetkontakt. Dieser übermittelt den Füllstand an das Bedienpanel. Zweite Variante sind Sonden oder Stäbe im Tank, die auf verschiedenen Höhen sitzen und über den elektrischen Widerstand oder Leitfähigkeit des Wassers erkennen, wie viel Wasser anliegt. Außerdem gibt es außen am Tank angebrachte Messstreifen oder Kontaktleisten und moderne, teilweise kalibrierbare elektronische Sensoren.

Wenn deine Anzeige dauerhaft leer meldet, hat das System in der Regel an einer Stelle seine Informationskette verloren: Entweder misst der Sensor nichts, die elektrische Leitung überträgt das Signal nicht, oder das Panel interpretiert die Information falsch.

Erste Checks: Einfaches ausschließen, bevor du schraubst

Bevor du mit Werkzeug bewaffnet in Schränke kriechst, lohnt sich ein Blick auf die offensichtlichen Dinge. Oft lassen sich hier schon typische Missverständnisse aufdecken.

Starte mit diesen Schritten:

  • Prüfe, ob du wirklich Frischwasser im Tank hast und ob der Tankdeckel sauber schließt.
  • Schalte das 12-Volt-Bordnetz und das Bedienpanel aus und wieder ein; manche Anzeigen „hängen“ sich gelegentlich auf.
  • Überprüfe im Handbuch, ob dein System eine Kalibrierung oder eine bestimmte Einschaltreihenfolge verlangt.
  • Wirf einen Blick auf Sicherungen, die für das Bedienpanel oder das Wasser-System zuständig sind.

Wenn nach diesen einfachen Schritten immer noch kein Füllstand erkannt wird, lohnt sich der Blick Richtung Tank und Sensorik. Wichtig ist, dass du dir vorher merkst, wie viel Wasser du eingefüllt hast. Wenn möglich, fülle den Tank halbvoll; so kannst du besser beurteilen, ob die Anzeige überhaupt reagiert.

Typische Ursachen, wenn der Tank voll, die Anzeige aber leer ist

Eine permanente Leermeldung bei gefülltem Behälter hat meist wenige, gut greifbare Auslöser. Je nach Bauart deines Fahrzeugs zeigt sich das etwas anders, die Grundursachen ähneln sich aber stark.

Sehr häufig ist der Schwimmer festgegangen. Ablagerungen, Kalk, Biofilm oder Schmutz können den Auftriebskörper blockieren, sodass er unten stehen bleibt und keinen Füllstand weitergibt. Bei Sonden passiert etwas Ähnliches auf elektrischem Weg: Wenn die Stäbe stark verschmutzt oder verkalkt sind, wird das Wasser an den Messpunkten nicht mehr zuverlässig erfasst. Bei außen angeklebten Sensorstreifen genügt schon eine teilweise Ablösung, damit das System nur noch „leer“ meldet.

Ebenso oft liegt der Fehler außerhalb des Tanks: gelöste Stecker, defekte Kabel durch Vibrationen oder Feuchtigkeit am Kontakt zur Anzeigeeinheit. Bei älteren Fahrzeugen kommen Korrosion und Übergangswiderstände an Klemmen dazu. Schließlich kann auch die Elektronik im Bedienpanel selbst eine Störung haben, etwa durch eine kalte Lötstelle oder einen defekten Widerstand.

Schrittweise Fehlersuche am Frischwassertank

Eine systematische Reihenfolge hilft, die Ursache zu finden, ohne unnötig Teile zu tauschen. Sinnvoll ist es, vom Tank zur Anzeige hin zu arbeiten: erst prüfen, ob der Füllstand im Tank mechanisch erkannt wird, dann Signalweg und am Ende das Panel.

Anleitung
1Tank auf etwa die Hälfte füllen und eine sichtbare Referenzmenge merken.
2Zugang zum Tank schaffen und prüfen, wo sich Sensor oder Schwimmer befinden.
3Sensor optisch kontrollieren: hängt der Schwimmer fest, sind Kabel lose, sitzt etwas auffällig schief?
4Stecker am Sensor kurz abziehen, Sichtprüfung auf Korrosion, dann wieder sauber aufstecken.
5Bedienpanel einschalten und prüfen, ob sich die Anzeige beim Bewegen des Schwimmers oder beim leichten Klopfen an den Tank ändert.

Eine mögliche Abfolge sieht so aus:

  1. Tank auf etwa die Hälfte füllen und eine sichtbare Referenzmenge merken.
  2. Zugang zum Tank schaffen und prüfen, wo sich Sensor oder Schwimmer befinden.
  3. Sensor optisch kontrollieren: hängt der Schwimmer fest, sind Kabel lose, sitzt etwas auffällig schief?
  4. Stecker am Sensor kurz abziehen, Sichtprüfung auf Korrosion, dann wieder sauber aufstecken.
  5. Bedienpanel einschalten und prüfen, ob sich die Anzeige beim Bewegen des Schwimmers oder beim leichten Klopfen an den Tank ändert.
  6. Wenn möglich, Kabelverlauf vom Tank zum Panel verfolgen und auf Scheuerstellen oder Quetschungen achten.

Reagiert die Anzeige beim Bewegen des Schwimmers kurz oder springt sie, liegt der Fehler eher an der Mechanik im Tankbereich. Bleibt alles starr auf leer, solltest du Verkabelung und Elektronik genauer unter die Lupe nehmen oder einen Fachbetrieb hinzuziehen, falls du dich mit Elektrik nicht wohlfühlst.

Schwimmer-Systeme: Reinigen, gängig machen, richtig einsetzen

Schwimmer gelten als robuste und einfache Lösung, sind aber anfällig für Schmutz und Verkalkung. Vor allem, wenn das Fahrzeug länger steht oder der Tank häufiger nur teilweise entleert wird, können sich Ablagerungen bilden, die den Auftriebskörper blockieren.

Wenn du Zugang von oben über eine Serviceöffnung hast, kannst du häufig schon mit Blick und Berührung viel erkennen. Der Schwimmer sollte sich leicht bewegen lassen, ohne zu klemmen oder zu haken. Sitzt er in einer Führung, darf diese nicht verschoben oder verbogen sein. Bei manchen Systemen hängt der Schwimmer an einem Arm, der einen kleinen Magnetschalter betätigt; schon ein leicht verbogener Arm verhindert hier eine zuverlässige Erkennung.

Zur Reinigung eignet sich meist warmes Wasser mit etwas mildem Spülmittel. Den Schwimmer und seine Mechanik vorsichtig abwischen und auf bewegliche Teile achten. Aggressive Reiniger und harte Bürsten sind keine gute Idee, weil sie Kunststoff und Dichtungen angreifen können. Wenn der Schwimmer stark verkalkt ist, können handelsübliche, für Trinkwasser geeignete Entkalker helfen; dabei unbedingt die Hinweise des Herstellers beachten und ausreichend nachspülen.

Nach der Reinigung lohnt sich ein Funktionstest direkt am offenen Tank: Der Schwimmer wird von Hand nach oben bewegt, während eine zweite Person am Panel schaut, ob sich der Füllstand ändert. Dieser Test liefert eine klare Aussage, ob Mechanik und Sensor zusammenarbeiten oder ob der Fehler eher in der Leitung oder im Panel zu suchen ist.

Sonden, Kontaktleisten und elektronische Sensoren

Sonden und Kontaktleisten messen meist über elektrische Leitfähigkeit des Wassers oder über Veränderungen im Widerstand. Starke Verschmutzung, Biofilm oder Kalk auf den Kontaktflächen können dazu führen, dass die Messung ausbleibt und damit nur noch eine Leermeldung ankommt.

Im Tank montierte Sonden sitzen oft auf einem Träger, der von oben eingeschraubt ist. Hier könntest du vorsichtig reinigen, falls der Hersteller das erlaubt. Ganz wichtig ist, dass Dichtungen wieder sauber sitzen und alles sorgfältig verschraubt wird, damit kein Wasser austritt. Außen angebrachte Sensorleisten müssen fest am Tank anliegen. Haben sie sich gelöst oder es ist Feuchtigkeit zwischen Sensor und Tankwand gelangt, kann der Messwert verloren gehen.

Moderne elektronische Systeme bieten teilweise eine Kalibrierfunktion über das Bedienpanel. Dabei wird der volle und der leere Tank einmal „eingelernt“. Wenn du den Verdacht hast, dass nur die Kalibrierung verstellt ist, solltest du Schritt für Schritt nach der Herstelleranleitung vorgehen. Häufig hilft es schon, den Tank komplett zu entleeren, Kalibrierung für „leer“ durchzuführen, dann vollständig zu füllen und erneut zu bestätigen.

Verkabelung und Steckverbindungen prüfen

Die Verbindung zwischen Tank und Anzeigepanel ist empfindlicher, als man vermuten würde. Vibrationen während der Fahrt, Feuchtigkeit im Stauraum oder nachträglich eingebaute Komponenten können Kabel und Steckkontakte schädigen.

Wenn du Zugang zur Verkabelung hast, lohnt sich eine sorgfältige Sichtkontrolle. Achte auf:

  • Lose oder halb herausgerutschte Stecker am Sensor und am Panel.
  • Kabel, die scharf über Kanten geführt sind oder von Schrauben gequetscht werden.
  • Grünliche Verfärbungen oder Rostspuren an Klemmen als Hinweis auf Korrosion.
  • Nachträgliche Verzweigungen oder Lüsterklemmen, an denen vielleicht eine weitere Komponente angehängt wurde.

Wenn du ein Multimeter bedienen kannst, lässt sich oft mit einer einfachen Durchgangsprüfung herausfinden, ob das Kabel selbst intakt ist. Dazu sollte immer das Bordnetz abgeschaltet und das Kabel an beiden Enden abgezogen werden. Wer sich in diesem Bereich unsicher fühlt, gibt diesen Schritt besser an eine Werkstatt, um Kurzschlüsse zu vermeiden.

Wenn die Anzeige plötzlich auf Tour ausfällt

Gerade auf Reisen fällt ein Ausfall der Füllstandsanzeige oft erst auf, wenn der eigentliche Blick auf das Panel eine Leermeldung zeigt, die gar nicht zur Realität passt. Ein spontaner Fehler mitten im Urlaub hat oft andere Ursachen als ein schleichendes Problem zu Hause in der Halle.

Typisch ist hier ein gelöster Stecker nach einer längeren Rüttelstrecke, ein Kabelbruch durch starke Bewegungen im Aufbau oder Feuchtigkeitseintritt nach starkem Regen. In diesen Situationen hilft es, sich auf die wichtigsten Funktionen zu konzentrieren: Kannst du Wasser problemlos pumpen, kommt ausreichend Druck an den Hähnen und sind keine Leckagen erkennbar, ist das eigentliche Wassersystem meist noch intakt. Die Anzeige ist dann „nur“ ein Komfortproblem, das du übergangsweise mit Abschätzen und vorausschauendem Wasserfassen kompensieren kannst.

Plant man mehrere Tage mit freiem Stehen, sollte man bei zweifelhafter Anzeige lieber etwas häufiger nachfüllen, statt bis zur theoretischen Reserve zu warten. Wer seinen Tank kennt, entwickelt mit der Zeit ein gutes Gefühl, wie viele Tage bestimmte Wassermengen bei der eigenen Nutzung reichen.

Geruch, Ablagerungen und Einfluss auf die Anzeige

Viele Camper stellen nach längeren Standzeiten einen muffigen Geruch oder sichtbare Schlieren im Tank fest. Diese Ablagerungen stammen aus Mineralstoffen, Mikroorganismen und Resten von Reinigungsmitteln. Neben dem hygienischen Aspekt können sie die Füllstandsmessung erheblich beeinträchtigen.

Schwimmer kleben dann leichter an der Wand, Sonden werden von einer belagartigen Schicht überzogen, und Kontaktleisten verlieren den direkten Kontakt zum Tankmaterial. Wer ohnehin eine Tankreinigung oder Desinfektion plant, sollte die Gelegenheit nutzen, auch Messstäbe und Mechanik mit zu reinigen, soweit zugänglich und vom Hersteller zugelassen.

Regelmäßige Pflege lohnt sich doppelt: Das Wasser bleibt angenehmer, und die Messung bleibt verlässlicher. Viele erfahrene Wohnmobilfahrer haben sich angewöhnt, den Tank im Winter vor der Einlagerung möglichst leer zu fahren und noch einmal zu reinigen, damit sich über Monate keine zähe Schicht bilden kann.

Reinigung des Wassertanks mit Blick auf die Messsensoren

Beim Säubern des Tanks solltest du immer bedenken, dass Sensoren und Dichtungen empfindliche Bauteile sind. Eine durchdachte Vorgehensweise vermeidet spätere Schäden an der Anzeige.

Für eine gründliche Reinigung empfiehlt sich meist die folgende Reihenfolge:

  1. Tank vollständig entleeren und, falls vorhanden, Revisionsdeckel öffnen.
  2. Groben Schmutz und sichtbare Ablagerungen mit einem weichen Tuch oder Schwamm entfernen.
  3. Reinigungsmittel verwenden, die ausdrücklich für Trinkwassertanks freigegeben sind.
  4. Sonden, Schwimmer und Leitungen nur sanft abwischen, nicht biegen oder stark ziehen.
  5. Alles gründlich mit klarem Wasser ausspülen, bis keine Reinigungsreste mehr im Tank sind.
  6. Tank frisch befüllen und dabei prüfen, ob sich die Anzeige jetzt plausibel verhält.

Wenn nach der Reinigung die Füllstandsanzeige plötzlich wieder sinnvoll reagiert, lag die Ursache sehr wahrscheinlich bei Verschmutzung oder Ablagerungen. Bleibt das Verhalten unverändert, lohnt sich der Blick auf Elektrik und Elektronik.

Wenn das Bedienpanel selbst die Ursache ist

Das Panel ist das sichtbare Herz des Systems. Hier laufen alle Signale zusammen, werden verarbeitet und auf dem Display dargestellt. Ein Fehler im Inneren kann dazu führen, dass aus einem korrekten Sensorsignal eine falsche Anzeige wird.

Anzeichen für ein Panelproblem sind etwa unlogische Sprünge, nur ein funktionierender Tank von mehreren oder eine Anzeige, die gar nicht mehr reagiert, obwohl Sensor und Verkabelung geprüft wurden. Auch Fehlverhalten bei anderen Funktionen am gleichen Panel, etwa bei der Batterieanzeige, liefert Hinweise auf eine gemeinsame Ursache.

Da die Elektronik im Panel empfindlich ist und oft mit Leiterbahnen, Mikroschaltern und SMD-Bauteilen arbeitet, ist die Reparatur eher ein Job für Fachpersonen. Trotzdem kannst du einfache Dinge selbst tun: Bordnetz vollständig spannungsfrei schalten, alle Steckverbindungen zum Panel lösen, kontrollieren, bei Bedarf reinigen und wieder aufsetzen. Zeitweise kann ein kompletter Neustart des Systems helfen, vor allem bei Panels mit interner Software.

Wann sich der Weg in die Fachwerkstatt lohnt

Auch wenn viele Schritte im Bereich von Reinigung und Sichtkontrolle gut selbst machbar sind, gibt es Situationen, in denen es sinnvoll ist, sich Unterstützung zu holen. Besonders dann, wenn Elektrik im Spiel ist oder der Zugang zum Tank stark verbaut wurde.

Eine Werkstatt ist vor allem dann die bessere Wahl, wenn:

  • der Tank nur schwer erreichbar ist und mehrere Möbelteile demontiert werden müssten,
  • du keine Erfahrung mit Bordelektrik hast oder dich dabei unwohl fühlst,
  • am Panel offensichtlich elektronische Defekte zu erkennen sind (Brandspuren, Geruch, Feuchtigkeit),
  • du trotz gründlicher Reinigung und sichtkontrolle keinerlei Veränderung der Anzeige erreichst.

Viele Betriebe, die auf Wohnmobile spezialisiert sind, kennen die typischen Schwachstellen bestimmter Baureihen. Oft können sie nach einem kurzen Blick schon sagen, ob es sich um einen bekannten Serienfehler handelt und welche Ersatzteile sinnvoll sind.

Alltagstipps, wenn du deiner Anzeige nicht ganz traust

Auch bei gut gewarteten Fahrzeugen kann die Tankanzeige gelegentlich etwas optimistischer oder pessimistischer sein als die Realität. Deswegen haben sich bei vielen Fahrern Routinen etabliert, mit denen sie ihre Wasservorräte im Alltag besser einschätzen.

Praktisch ist es, sich einmal auszurechnen, wie viel Wasser ihr am Tag ungefähr verbraucht. Dazu genügt es, einen typischen Reisetag zu betrachten: Spülen, Zähneputzen, kurze Dusche, eventuell Toilette, wenn diese mit Frischwasser gespült wird. Nach ein, zwei Touren kennt man recht gut, wie lange der eigene Tank bei solcher Nutzung durchhält.

Hilfreich ist außerdem eine einfache Markierung im Kopf: Wer weiß, dass sein 100-Liter-Tank bei der gewohnten Nutzung zweieinhalb Tage reicht, plant automatisch frühzeitig einen Stopp am Wasserhahn ein, statt auf eine zweifelhafte Anzeige zu vertrauen. Manche Camper legen sich zusätzlich einen kleinen Reservekanister an, falls der fest eingebaute Tank überraschend leer sein sollte.

Typische Fehler, die bei der Suche nach der Ursache passieren

Bei der Suche nach dem Grund für die Leermeldung passiert es schnell, dass man sich auf eine einzige Vermutung versteift. Das kostet Zeit und Nerven. Ein paar typische Stolperfallen lassen sich leicht umgehen.

Oft wird sofort ein defekter Sensor vermutet und auf Verdacht bestellt, ohne vorher zu prüfen, ob der Schwimmer nur feststeckt oder ein Stecker lose ist. Ein anderer Klassiker: Das Panel wird für die alleinige Ursache gehalten, obwohl im Tank deutlich verschmutzte Sonden sitzen. Auch ein am Anfang falsch interpretierter Füllstand kann irritieren, etwa wenn der Tank bei der Übernahme des Fahrzeugs nur zu einem Drittel gefüllt war, die Anzeige aber leer meldet und man deshalb von einer größeren Störung ausgeht.

Wer Schritt für Schritt vorgeht, zuerst einfache Dinge kontrolliert und dann erst in die Tiefe einsteigt, vermeidet die meisten Irrwege. Wichtig ist, Beobachtungen ernst zu nehmen: Wenn sich beim Klopfen an den Tank kurz eine Änderung ergibt, oder wenn die Anzeige nach einem Schlagloch plötzlich anders reagiert, steckt oft ein loser Kontakt oder eine schwergängige Mechanik dahinter.

Häufige Fragen zur Wasserstandsanzeige im Wohnmobil

Kann ich mit defekter Anzeige trotzdem sicher weiterfahren?

Fahren ist in der Regel möglich, solange keine Wasserpumpe trockenläuft und keine Undichtigkeiten bestehen. Du solltest dann aber sehr aufmerksam mit deinem Wasserverbrauch umgehen und lieber zu früh als zu spät nachfüllen.

Wie kann ich den Füllstand ohne Anzeige halbwegs zuverlässig einschätzen?

Am einfachsten funktioniert es über Erfahrungswerte: Merke dir, wie viele Tage ihr mit einem vollen Tank auskommt und fülle rechtzeitig nach. Zusätzlich kannst du den Tank von oben über die Serviceöffnung prüfen oder das Gewicht grob einschätzen, wenn du den Kastenwagen nur wenig beladen hast.

Wie oft sollte ich die Sensoren im Tank reinigen?

Eine gründliche Reinigung pro Jahr reicht bei den meisten Fahrzeugen aus, bei viel Nutzung oder hartem Wasser kann ein zweiter Durchgang sinnvoll sein. Spätestens wenn die Anzeige auffällig falsche Werte liefert, steht eine Reinigung an.

Hilft ein Wasserfilter gegen Fehlanzeigen?

Ein Filter vor dem Tank kann Kalk- und Schwebstoffeintrag verringern und damit Ablagerungen an Sensoren reduzieren. Er ersetzt aber keine regelmäßige Tankpflege und löst elektrische Probleme nicht.

Kann ich die Sensoren oder den Geber einfach ausbauen und selbst tauschen?

Bei vielen gängigen Systemen ist ein Tausch in Eigenregie machbar, wenn man sorgfältig arbeitet und die Einbauanleitung beachtet. Achte darauf, Dichtungen zu erneuern und alle Stecker wieder korrekt aufzustecken, damit keine Feuchtigkeit eindringen kann.

Lohnt sich der Umstieg auf ein anderes Messsystem?

Wer regelmäßig mit Fehlanzeigen kämpft, kann von moderneren Sensoren oder Ultraschallsystemen profitieren. Der Umbau kostet zwar etwas, sorgt aber oft für eine deutlich zuverlässigere Füllstandsanzeige und weniger Wartungsaufwand.

Warum zeigt auch der Abwassertank manchmal permanent leer oder voll an?

Die Technik ist meist sehr ähnlich wie am Frischwassertank, weshalb sich auch die Fehlerbilder gleichen. Schmutz, Fett und Seifenreste setzen die Sonden zu, sodass sie dauerhaft leitend oder überhaupt nicht mehr ansprechbar sind.

Ist es sinnvoll, die Anlage zu kalibrieren, wenn alles gereinigt wurde?

Viele Bedienpanels bieten eine einfache Kalibrierfunktion, die nach Reinigung oder Sensortausch genutzt werden sollte. Dadurch passen Füllstände und Anzeige wieder besser zusammen, was im Alltag für mehr Verlässlichkeit sorgt.

Kann dauerhafte Feuchtigkeit an Steckern die Elektronik beschädigen?

Feuchte Kontakte führen zunächst zu Übergangswiderständen und Wackelkontakten, auf Dauer können sie aber auch Korrosion und Kurzschlüsse auslösen. Eine sorgfältige Trocknung und der Schutz mit geeigneten Kontaktmitteln helfen, das zu vermeiden.

Welche Rolle spielt die Bordspannung für die Füllstandsanzeige?

Sehr niedrige Spannung im 12-Volt-Bordnetz kann bei manchen Fahrzeugen zu Aussetzern oder fehlerhaften Werten am Panel führen. Wenn mehrere Verbraucher schwächeln, solltest du daher auch die Batterie und die Spannungsversorgung prüfen.

Fazit

Eine Wasserstandsanzeige, die permanent leer meldet, hat fast immer eine nachvollziehbare Ursache in Sensorik, Verkabelung oder Bedienpanel. Mit systematischer Fehlersuche, etwas Tankpflege und gelegentlicher Kontrolle der Anschlüsse lassen sich die meisten Probleme selbst lösen. Für komplexere elektronische Defekte steht die Fachwerkstatt bereit, damit du dich unterwegs wieder entspannt auf deine Anzeige verlassen kannst.

Checkliste
  • Prüfe, ob du wirklich Frischwasser im Tank hast und ob der Tankdeckel sauber schließt.
  • Schalte das 12-Volt-Bordnetz und das Bedienpanel aus und wieder ein; manche Anzeigen „hängen“ sich gelegentlich auf.
  • Überprüfe im Handbuch, ob dein System eine Kalibrierung oder eine bestimmte Einschaltreihenfolge verlangt.
  • Wirf einen Blick auf Sicherungen, die für das Bedienpanel oder das Wasser-System zuständig sind.

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